Im Wetschafttal, eingebettet zwischen den südwestlichen Ausläufern des Rothaargebirges und dem Burgwald, liegt der Münchhausener Ortsteil Simtshausen. Der Ort ist geprägt von seiner besonderen Lage zwischen Wald, Wiesen und den historischen Siedlungskernen entlang der Wetschaft. Heute leben hier rund 460 Menschen auf einer Fläche von etwa 2,55 km².
Was Simtshausen besonders macht, erschließt sich auf den ersten Blick: Der Ort ist kein klassisch zusammenhängendes Dorf, sondern besteht aus mehreren historisch gewachsenen Bereichen. Obersimtshausen, Mittelsimtshausen, Untersimtshausen und der eigentliche Ortsbereich Simtshausen mit der sogenannten Schlagpfütze bilden gemeinsam einen Ortsteil, der durch seine Geschichte, seine Fachwerkhäuser, die Wetschaft und vor allem durch seine Menschen zusammengewachsen ist.
Durch Simtshausen fließt die Wetschaft. Nördlich des Ortes teilt sich ihr Lauf zusätzlich in einen Mühlgraben auf. Das Wasser war über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens und der wirtschaftlichen Entwicklung. Noch heute erinnern mehrere historische Mühlen an diese Zeit.
Simtshausen verbindet damit auf besondere Weise historische Dorfstrukturen, Natur, modernes Wohnen, Verkehrsanbindung und eine aktive Dorfgemeinschaft.
Ein Dorf mit mehreren Gesichtern
Eine Besonderheit Simtshausens ist seine Siedlungsstruktur. Das heutige Erscheinungsbild ist über Jahrhunderte aus mehreren eigenständigen Siedlungsbereichen entstanden.
Das IKEK der Gemeinde Münchhausen beschreibt Simtshausen deshalb als den einzigen Ortsteil der Gemeinde mit mehreren voneinander getrennten Siedlungsbereichen. Ober-, Mittel- und Untersimtshausen entwickelten sich ursprünglich als weilerartige Siedlungen im Umfeld der historischen Wassermühlen an der Wetschaft. Der heutige Bereich an der ehemaligen Bundesstraße entstand später aus einzelnen Höfen und entwickelte sich insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zum baulichen Schwerpunkt des Ortes.
Im Laufe der Zeit haben sich für die verschiedenen Bereiche eigene Bezeichnungen herausgebildet. Der Bereich nördlich der Ortslage und östlich der ehemaligen Bundesstraße wird als Schlagpfütze bezeichnet. Rund um Kirche und Bahnhof liegt der Bereich, der im Dorf häufig als Stemel bezeichnet wird. Der östlich gelegene, stärker durch Wohnbebauung geprägte Bereich wird als Siedlung bezeichnet.
Diese verschiedenen Bereiche sind mehr als bloße geografische Bezeichnungen. Sie spiegeln die Geschichte des Ortes und seine Entwicklung über mehrere Jahrhunderte wider.
Geschichte
Von Sigemanhusen zu Simtshausen
Die Geschichte Simtshausens reicht weit zurück. Obersimtshausen wurde um das Jahr 1220 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mannlehenverzeichnis des Stifts Wetter erscheint der Ort unter dem Namen „Sigemanhusen“.
Die Geschichte des heutigen Ortsteils ist eng mit den einzelnen Siedlungen verbunden. Ober- und Mittelsimtshausen bestanden bereits lange vor der Entstehung der modernen Gemeinde Simtshausen. Die Siedlungen entwickelten sich in enger Verbindung mit der Landwirtschaft und den Wassermühlen entlang der Wetschaft.
Das Wasser der Wetschaft war dabei nicht nur Bestandteil der Landschaft. Es wurde über Jahrhunderte als Energiequelle genutzt und prägte damit auch die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes.
Die historischen Fachwerkhäuser und Dreiseithöfe, die sich heute noch in den alten Ortslagen finden, sind sichtbare Zeugnisse dieser bäuerlich geprägten Vergangenheit. Viele dieser Gebäude stehen für die typische Bauweise vergangener Jahrhunderte und sind Bestandteil des historischen Ortsbildes.
Die Gemeinde Simtshausen
Ein wichtiger Einschnitt in der Ortsgeschichte erfolgte am 29. Oktober 1925. Aus Ober- und Mittelsimtshausen sowie dem Bereich Schlagpfütze und dem Bahnhof entstand die selbstständige Gemeinde Simtshausen.
Damit wurden die verschiedenen Siedlungsbereiche erstmals auch politisch zu einer eigenständigen Gemeinde zusammengeführt.
Fast fünf Jahrzehnte später veränderte sich die politische Zugehörigkeit erneut. Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurde Simtshausen zum 1. Juli 1974 Teil der neu gebildeten Großgemeinde Münchhausen. Gleichzeitig wurden auch Münchhausen, Niederasphe, Wollmar und Oberasphe in der neuen Gemeinde zusammengeführt. Simtshausen bildet seitdem einen eigenen Ortsteil der Gemeinde Münchhausen.
Die Eigenständigkeit als Gemeinde endete damit zwar, die eigene Identität als Dorf und Gemeinschaft blieb jedoch erhalten.
Obersimtshausen – historischer Dorfkern und Euricius-Cordus-Platz
Obersimtshausen bildet einen der ältesten und historisch interessantesten Bereiche des Ortes.
Besonders entlang der Oberdorfstraße findet sich eine Vielzahl historischer Fachwerkgebäude. Charakteristisch sind die teilweise noch gut erhaltenen Dreiseithöfe in geschlossener Bauweise, die das Bild des alten Dorfkerns prägen.
Das IKEK hebt die gut erhaltene historische Bausubstanz und mehrere denkmalgeschützte Hofanlagen in den alten Ortslagen ausdrücklich hervor.
Eine besondere Bedeutung hat die historische Mühle, die zu den markantesten Gebäuden des Ortsteils gehört. Sie erinnert an die Zeit, in der die Wasserkraft der Wetschaft für das Leben und Wirtschaften im Dorf von großer Bedeutung war.
Ebenfalls zum historischen Ortsbild gehört das alte Backhaus. Das Gebäude wurde inzwischen zu einem Radfahrerstützpunkt umgestaltet. Heute befindet sich hier außerdem eine Radservice-Station, die Radfahrenden kostenlos Werkzeug und eine Luftpumpe zur Verfügung stellt. Der Standort liegt direkt am überregionalen Lahn-Eder-Radweg und verbindet damit ein historisches Gebäude mit einem modernen touristischen Angebot.
Ein weiterer besonderer Ort ist der Euricius-Cordus-Platz. Der nach dem Humanisten Euricius Cordus benannte Platz wurde im Herbst 2020 grundlegend neu gestaltet und bildet heute einen attraktiven Treff- und Aufenthaltsbereich.
Der Platz erinnert zugleich an eine bedeutende Persönlichkeit mit Bezug zur Region: Euricius Cordus, der 1486 geboren wurde und 1535 starb, war Humanist und ist als Persönlichkeit der Ortsgeschichte mit Simtshausen verbunden.
Westlich des historischen Dorfkerns schließt sich eine jüngere Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern an. Hier zeigt sich der Übergang vom historischen Bauerndorf zum modernen Wohnort.
Mittelsimtshausen – Fachwerk und Wasserkraft
Mittelsimtshausen hat seinen ursprünglichen Charakter bis heute in besonderer Weise bewahrt.
Auch hier prägen historische Fachwerkhäuser und landwirtschaftliche Hofanlagen das Ortsbild. Besonders charakteristisch sind die Dreiseithöfe, die in ihrer ursprünglichen Struktur teilweise noch sehr gut erkennbar sind.
Das markanteste Gebäude des Ortsteils ist auch hier eine historische Wassermühle. Sie erinnert daran, dass die Wetschaft über viele Generationen hinweg eine wirtschaftliche Lebensader des Dorfes war.
In Mittelsimtshausen befindet sich außerdem ein historisches Backhaus, das sich weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten hat. Solche Backhäuser waren früher wichtige Einrichtungen der Dorfgemeinschaft. Brot und andere Backwaren wurden gemeinschaftlich hergestellt, und der Backtag war zugleich ein sozialer Treffpunkt.
Heute vermitteln die Gebäude einen Eindruck davon, wie das Leben in Simtshausen vor mehreren Generationen ausgesehen hat.
Untersimtshausen – verbunden mit Simtshausen
Eine besondere Stellung nimmt Untersimtshausen ein.
Geografisch liegt Untersimtshausen unmittelbar bei Mittel- und Obersimtshausen und ist historisch, kirchlich und gesellschaftlich eng mit Simtshausen verbunden. Politisch gehört Untersimtshausen allerdings nicht zum Ortsteil Simtshausen, sondern zum benachbarten Ortsteil Niederasphe.
Auch Untersimtshausen wird durch historische Fachwerkgebäude und landwirtschaftliche Hofanlagen geprägt. Wie in Ober- und Mittelsimtshausen spielte auch hier die Wetschaft und ihre Wasserkraft eine wichtige Rolle. Eine historische Mühle gehört zum Ortsbild.
Eine Besonderheit des Ortsteils ist das Backhaus, das im Rahmen der Dorferneuerung im Jahr 2010 errichtet wurde. Es dient heute als Treffpunkt der Bevölkerung und zeigt beispielhaft, wie historische Traditionen und modernes Dorfleben miteinander verbunden werden können.
Die enge gesellschaftliche Verbindung zwischen Untersimtshausen und Simtshausen zeigt, dass politische Gemeindegrenzen nicht zwangsläufig den tatsächlichen Lebensraum der Menschen bestimmen.
Schlagpfütze – das heutige Zentrum des Dorflebens
Der Bereich an der ehemaligen Bundesstraße entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zum baulichen und gesellschaftlichen Schwerpunkt Simtshausens.
Hier befinden sich heute wichtige Einrichtungen des Dorfes. Das Dorfgemeinschaftshaus, der Sportplatz und das Feuerwehrhaus bilden gemeinsam mit dem Spielplatz einen zentralen Bereich des öffentlichen Lebens.
Das Dorfgemeinschaftshaus in der Perbaler Straße verfügt über einen großen Saal mit Bühne, der bei Bedarf in einen mittleren und einen kleinen Saal aufgeteilt werden kann. Außerdem gehören eine Küche und eine Kegelbahn zur Ausstattung. Der Sportplatz befindet sich unmittelbar neben dem Gebäude, und im Anbau ist die Freiwillige Feuerwehr untergebracht.
Damit ist dieser Bereich weit mehr als nur eine Ansammlung öffentlicher Gebäude. Hier finden Veranstaltungen statt, hier treffen sich Vereine, hier wird Sport getrieben und hier kommt die Dorfgemeinschaft zusammen.
Der Spielplatz – aus einer Initiative für das Dorf
Eine besondere Geschichte hat der Simtshäuser Spielplatz.
Er entstand im Jahr 2007 aus einer Elterninitiative heraus. Eltern engagierten sich gemeinsam dafür, einen attraktiven Ort für Kinder und Familien zu schaffen.
Der Spielplatz entwickelte sich seitdem zu einem wichtigen Bestandteil des Dorflebens und ist auch über die Grenzen Simtshausens hinaus bekannt und beliebt.
Die Geschichte des Spielplatzes steht beispielhaft für das, was Simtshausen auszeichnet: Vieles entsteht nicht allein durch öffentliche Einrichtungen, sondern durch Menschen, die selbst Verantwortung übernehmen und etwas für ihren Ort bewegen.
Der Stemel – Kirche, Friedhof und Bahnhof
Ungefähr in der geografischen Mitte des heutigen Siedlungsbereichs befindet sich der sogenannte Stemel.
Hier liegen drei Einrichtungen, die für Simtshausen eine besondere Bedeutung besitzen: die evangelische Kirche, der Friedhof und der Bahnhaltepunkt Simtshausen.
Die evangelische Kirche wurde in den Jahren 1935 und 1936 nach Plänen des Marburger Architekten Karl Rumpf errichtet. Im Chor befindet sich ein Fenster des Marburger Glasmalers Erhardt Klonk.
Kirchlich gehört Simtshausen heute zum Evangelischen Kirchspiel Niederasphe/Simtshausen.
Die Kirche ist damit nicht nur ein prägendes Gebäude des Ortsbildes, sondern auch Ausdruck der gewachsenen Verbindung zwischen Simtshausen und Niederasphe.
Der Bahnhof – Verbindung nach Marburg und Frankenberg
Der Bahnhaltepunkt Simtshausen ist ein wichtiger Bestandteil der heutigen Infrastruktur.
Der Haltepunkt liegt an der Bahnstrecke Marburg–Korbach und wird von der Burgwaldbahn beziehungsweise dem Lahn-Sauerland-Express bedient. Damit besteht eine direkte Bahnverbindung unter anderem in Richtung Marburg und Frankenberg (Eder).
Der Haltepunkt wurde im Jahr 2010 eingeweiht und hat die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs für den Ort weiter gestärkt.
Nach Angaben der Gemeinde fährt die Burgwaldbahn werktags ungefähr im Stundentakt zwischen etwa 6 Uhr und 21 Uhr; sonntags besteht ein zweistündlicher Takt. Eine Park-and-Ride-Anlage ergänzt das Angebot.
Für einen Ort dieser Größe ist diese Anbindung ein wichtiger Standortvorteil – insbesondere für Pendler, Jugendliche und Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Die B 252 – vom Verkehrskorridor zur neuen Ortsmitte
Über viele Jahrzehnte wurde Simtshausen stark durch die Bundesstraße 252 geprägt.
Die Straße führte mitten durch den Ort und teilte die verschiedenen Bereiche faktisch in westliche und östliche Teile. Der starke Durchgangsverkehr beeinflusste das tägliche Leben, die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität im Dorf.
Nach rund zehn Jahren Bauzeit wurde am 20. Oktober 2023 die neue Ortsumgehung der B 252 für den Verkehr freigegeben. Der Durchgangsverkehr zwischen Burgwald und Marburg wird seitdem nicht mehr durch Münchhausen und Simtshausen geführt.
Für Simtshausen war dies ein historischer Einschnitt. Eine jahrzehntelange Belastung durch den Verkehr wurde beendet und gleichzeitig entstand die Möglichkeit, die ehemalige Bundesstraße neu zu betrachten.
Die Gemeinde sieht darin auch eine Chance für die zukünftige Entwicklung des Ortsteils. Im Rahmen der Dorfentwicklung geht es unter anderem darum, die durch die Verkehrsverlagerung gewonnenen Möglichkeiten für eine attraktivere Gestaltung und eine bessere Aufenthaltsqualität zu nutzen.
Simtshausen und die Natur
Die Landschaft rund um Simtshausen wird wesentlich durch das Wetschafttal, die angrenzenden Wälder und die offenen landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt.
Die Lage zwischen den Ausläufern des Rothaargebirges und dem Burgwald macht den Ort zu einem attraktiven Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen und Fahrradtouren.
Die Wetschaft zieht sich als prägendes Landschaftselement durch den Ort. Ihre Bedeutung reicht dabei weit über die heutige Funktion als Gewässer hinaus. Früher war sie Grundlage für den Betrieb der Mühlen, heute prägt sie gemeinsam mit Wiesen, Feldern und Gehölzen das Landschaftsbild.
Die naturräumliche Einbettung ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in Simtshausen.
Simtshausen als Teil der Burgwaldregion
Simtshausen liegt in einer Landschaft, die durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Wald und Offenland geprägt ist.
Der nahegelegene Burgwald gehört zu den charakteristischen Landschaftsräumen Mittelhessens. Zusammen mit dem Wetschafttal entsteht eine Landschaft, die sowohl für die Landwirtschaft als auch für Naherholung und Naturschutz von Bedeutung ist.
Wer Simtshausen besucht, erlebt daher nicht nur ein historisches Dorf, sondern auch eine Landschaft, die zum Wandern, Radfahren und Entdecken einlädt.
Der Lahn-Eder-Radweg führt unmittelbar durch den Ort. Der Standort am ehemaligen Backhaus bietet Radfahrenden inzwischen sogar eine kostenlose Möglichkeit, kleinere Reparaturen selbst durchzuführen.
Dorfleben und Gemeinschaft
Ein Dorf lebt nicht allein von seinen Gebäuden und seiner Landschaft. Entscheidend sind die Menschen, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen.
In Simtshausen gibt es eine vielfältige Vereins- und Gemeinschaftsstruktur. Feuerwehr, Sportverein, Dorftheater, Gitarrengruppe, Elterninitiative und weitere Gruppen tragen dazu bei, dass aus mehreren räumlich getrennten Siedlungsbereichen eine gemeinsame Dorfgemeinschaft entsteht.
Das Dorfgemeinschaftshaus spielt dabei eine zentrale Rolle. Es bietet Raum für Vereinsveranstaltungen, private Feiern, sportliche Aktivitäten, kulturelle Veranstaltungen und Treffen. Auch über Simtshausen hinaus wird das Gebäude für Veranstaltungen genutzt. So wurde beispielsweise bereits eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder im Dorfgemeinschaftshaus durchgeführt.
Auch die Freiwillige Feuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens. Neben der eigentlichen Aufgabe des Brand- und Katastrophenschutzes steht sie für Gemeinschaft, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement.
Vereine als tragende Säulen des Dorfes
Das Vereinsleben hat in Simtshausen einen hohen Stellenwert.
Der Rad- und Sportverein Simtshausen bietet sportliche Aktivitäten und ist eng mit dem Dorfgemeinschaftshaus verbunden. Dort befindet sich unter anderem die vom Verein betriebene Kegelbahn.
Auch kulturelle Gruppen gehören zum Dorfleben. Das Simtshäuser Dorftheater sorgt für Unterhaltung und kulturelle Veranstaltungen und verbindet dabei gemeinschaftliches Engagement mit Theatertradition.
Die Gitarrengruppe und weitere Angebote tragen zur musikalischen und kulturellen Vielfalt bei.
Eine besondere Bedeutung hat außerdem die Elterninitiative Spielplatz, die zeigt, dass sich Bürgerinnen und Bürger nicht nur in klassischen Vereinen engagieren, sondern auch ganz konkret für die Lebensqualität von Kindern und Familien einsetzen.
Diese unterschiedlichen Formen des Engagements sind ein wesentlicher Bestandteil dessen, was Simtshausen lebendig hält.
Dorfentwicklung und Zukunft
Simtshausen befindet sich – wie viele ländliche Orte – in einem stetigen Wandel.
Die historische Bausubstanz soll erhalten, gleichzeitig sollen zeitgemäße Wohn- und Lebensbedingungen geschaffen werden. Genau hier setzt das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) der Gemeinde Münchhausen an.
Für Simtshausen wurden dabei unter anderem die historischen Ortslagen, die Hofstrukturen, die Freiräume und die verschiedenen Siedlungsbereiche untersucht. Ziel ist es, die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Ortsbereiche zu bewahren und gleichzeitig ihre zukünftige Entwicklung zu unterstützen.
Dabei geht es nicht darum, Simtshausen zu einem künstlich gestalteten „Museumsdorf“ zu machen. Vielmehr soll das erhalten bleiben, was den Ort ausmacht: historische Gebäude, gewachsene Strukturen, Natur und eine aktive Gemeinschaft.
Auch aktuell wird in Simtshausen weiter geplant. So wurde 2025 beispielsweise die Aufstellung eines Bebauungsplans im Bereich „Auf dem Kautz“ beschlossen. Dabei geht es unter anderem um die zukünftige Nutzung bisher unbebauter Grundstücke sowie um ergänzende Wohnbebauung und die mögliche Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes.
Damit zeigt sich: Simtshausen blickt nicht nur zurück, sondern entwickelt sich weiter.
Simtshausen – ein Dorf mit Geschichte und Zukunft
Simtshausen ist ein Ort mit vielen Gesichtern.
Es sind die historischen Fachwerkhäuser in Ober-, Mittel- und Untersimtshausen. Es sind die alten Mühlen entlang der Wetschaft und die Backhäuser, die an das frühere Dorfleben erinnern. Es sind Kirche, Friedhof und Bahnhof am Stemel. Es ist die Siedlung mit ihren Wohnhäusern. Es ist die ehemalige Bundesstraße, die das Dorf über Jahrzehnte prägte und heute neue Möglichkeiten eröffnet.
Vor allem aber sind es die Menschen, die Simtshausen ausmachen.
Die verschiedenen Ortsteile und Siedlungsbereiche haben ihre eigene Geschichte und ihren eigenen Charakter. Gleichzeitig sind sie Teil einer gemeinsamen Gemeinschaft. Vereine, Feuerwehr, kirchliches Leben, Sport, Kultur, Veranstaltungen und das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger verbinden die unterschiedlichen Bereiche miteinander.
Mit rund 460 Einwohnern ist Simtshausen ein überschaubarer Ort geblieben. Gleichzeitig bietet der Ort durch die Bahnverbindung, die Nähe zu Marburg und Frankenberg, die Einbettung in die Natur und seine aktive Dorfgemeinschaft eine hohe Lebensqualität.
Die Geschichte von Simtshausen ist deshalb nicht nur eine Geschichte von Häusern, Straßen und politischen Grenzen. Sie ist vor allem eine Geschichte von Menschen, die hier seit Jahrhunderten leben, arbeiten, feiern, sich engagieren und ihren Ort immer wieder neu gestalten.
Simtshausen – ein Dorf im Wetschafttal, geprägt von Geschichte, Natur und Gemeinschaft. Und ein Dorf, das seine Zukunft selbst mitgestaltet.